Lothar Franz von Schönborn
Kurfürst und Erzbischof von Mainz 1695 – 1729
Gemälde im Dom- und Diözesanmuseum Mainz

Lothar Franz von Schönborn war 1655 in Aschaffenburg geboren und seit 1693 Fürstbischof von Bamberg. Mit seiner Wahl waren hohe Erwartungen verbunden. Der Name Schönborn hatte seit Johann Phillip besten Klang und man traute dem politisch versierten Bischof des wirtschaftlich gesunden Bamberg am ehesten zu, auch in Mainz die Finanzen zu konsolidieren und das immer noch von Ludwig XIV. bedrohte Land zu befrieden. Lothar Franz bewies eine glückliche Hand und ersparte seinem Bistum Verwicklungen und Belastungen im spanischen Erbfolgekrieg, in dem wiederum Teile Deutschlands zum Schauplatz von Auseinandersetzungen wurden. Schönborn föderte die Künste in seinem Einflußbereich und wurde mit dem Bau der Neuen Residenz Bamberg, der Schlösser Gaibach und Pommersfelden und der leider untergegangenen Gartenanlage Favorite in Mainz ein bedeutender Bauherr. Auch die wichtigen Gründungen der Wollmanufaktur in Erfurt und der Glas- und Spiegelmanufaktur in Lohr gehen auf sein Engagement zurück. Weitere Leistungen sind der Bau von Spitälern, wie das Rochusspital in Mainz, von Wasserleitungen und Brunnenanlagen. Vier Söhnen seines Bruders Melchior Friedrich (1644-1717), der Vizedom in Aschaffenburg war und hier den Schönborner Hof erbaute, ebnete er die Wege zu höchsten kirchlichen und weltlichen Ämtern und zu den Bischofs- und Erzbischofssitzen von Würzburg, Bamberg, Speyer, Worms, Konstanz und Trier. Der deutsche und österreichische Barock verdankt dem Mäzenengeschlecht der Schönborns einen großen Teil seiner bedeutenden Leistungen. Über die Mitbestimmungsrechte des Mainzer Domkapitels setze sich Schönborn mit der Rücksichtslosigkeit eines absolutistischen Fürsten hinweg. Dafür verdarben ihm die Domherren den Plan, seinen Neffen Friedrich Karl, Vizekanzler und Bischof von Bamberg und Würzburg, zu seinem Nachfolger zu machen. Friedrich blieb der letzte Schönborn auf dem Mainzer Erzstuhl.


Brief des Kurfürsten Lothar Franz mit eigenhändiger Unterschrift
Aschaffenburg 19.8.1698

in einer der ersten Zeitschriften der Druckgeschichte erscheint 1702 ein Artikel über Aschaffenburg und das Schloss.
Auf dem Titel die Gedenkmünze zur Fertigstellung des Schlosses 1619 „die Stadt ist nicht groß …. das Schloß aber sehr prächtig“

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